Antifaschistische Müllentsorgung

Motivierte Antifaschist*innen aus Marburg haben uns dieses schicke Foto zukommen lassen. Wir danken für den praktischen Akt der Nachbarschaftshilfe und legen allen Bewohner*innen dieser Stadt nahe, sich ebenso aktiv für ein sauberes und nazifreies Marburg einzusetzen.

“Hallo IB,

nachdem ihr bereits nach kurzer Zeit panikartig von eurer albernen Aktion, die böse linke Philfak abzusperren, geflohen wart, haben wir in einem beherzten Akt der Nachbarschaftshilfe die Müllentsorgung eurer Hinterlassenschaften übernommen. Bitte sammelt doch nächstes Mal, wie es auch an den Lahnwiesen und in anderen Teilen der Stadt Gang und Gäbe sein sollte, euren Schrott wenigstens wieder ein, nachdem ihr eure inhaltsleeren und hetzerischen Aktionen veranstaltet.

Feindschaftliche Grüße,
eure Philfak-Antifa

PS: Die Maleranzüge stehen den Genoss*innen der Nika-Kampagne wirklich besser.”

Havanna 8 bleibt!

Havanna 8 bleibt!

Das Havanna 8 ist für Marburg ein wichtiger Ort, da es die einzige linksradikale Kneipe und eine der letzten öffentlich zugänglichen linken Räume in Marburg ist. Es ist ein Freiraum, in dem Diskriminierungen aller Art keinen Platz haben. Darüber hinaus ist es für uns der zentrale Ort, an dem unsere politische Arbeit stattfindet. In diesem Raum haben wir die Möglichkeit bekommen, unser wöchentliches Plenum abzuhalten. Ebenso wird uns der Raum zur Verfügung gestellt, um außeruniversitäre politische Vorträge zu veranstalten, Soli-Partys zu feiern oder auch nur um beispielsweise Transpis zu malen. Somit ist es nicht nur ein Ort der Politisierung, sondern es werden antifaschistische Strukturen aktiv unterstützt, was bei der derzeitigen autoritären Formierung der Gesellschaft unabdingbar ist. Antifaschismus ist hier keine leere Worthülse, Antifaschismus wird im Havanna 8 gelebt! Deshalb macht es uns wütend, dass dieser Raum durch Gentrifiziernug bedroht ist!

Hände weg von unseren Strukturen!

Mehr Infos zur Kampagne unserer Genoss*innen findet ihr unter savetheh8.noblogs.org

Mobivortrag zum Ende des NSU-Prozesses. Tag X – kein Schlussstrich!

20.06. // 20 Uhr // Hörsaalgebäude // Raum 00/0070

Mobivortrag zum Tag X – Urteilsverkündung im NSU Prozess in München – Antifaschistische Demonstration und Aktionen

“Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Frühjahr 2018 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.” (https://nsuprozess.net/ueber/)

Am 20. Juni veranstaltet das Offene-Antifa-Treffen-Marburg zusammen mit der Linken Fachschaft 03 und NSU Watch Hessen daher einen Mobivortrag zu den geplanten Aktionen und Demonstrationen zum Prozessende in München. Der Vortrag findet um 20 Uhr im Hörsaalgebäude (Raum 00/0070) statt. Außerdem wird es für wenig Geld eine begrenzte Anzahl an Bustickets für die gemeinsame Anreise aus Hessen geben.

Kein Schlussstrich!

In Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter.

Mehr Informationen zum Prozess, zu den geplanten Aktionen und der gemeinsamen Anreise aus Hessen findet ihr online:

nsuprozess.net/

fb.me/keinschlussstrichhessen/

Redebeitrag zum Internationalen Frauenkampftag 2018

Zum diesjährigen Internationalen Frauenkampftag hat das Autonome FrauenLesbenReferat Marburg eine feministische Vorabenddemonstration organisiert. Dort hat auch das Offene Antifa Treffen Marburg einen Redebeitrag gehalten, den ihr hier noch einmal in Schriftform lesen könnt.

Über die Bedeutung von Feminismus heute

Brauchen wir heute Feminismus?

Wenn doch der verankerte gesellschaftliche Diskurs behauptet, dass es Sexismus nicht gibt und Frauen* doch gleichgestellt seien. Dass es Gesetze gibt, die diese Gleichstellung suggerieren. Dass Frauen* heute doch studieren dürfen und arbeiten. Sie seien nicht mehr an den Haushalt gebunden. Und ihr Leben nicht mehr von Kirche, Kindern und Küche bestimmt. Dass sie sich ihre Jobs aussuchen können. Und dass alles ja sowieso viel besser sei als noch vor 100 Jahren.

Wenn Frau* sich heute als Feministin bezeichnet, ist die Reaktion ein Aufschrei der Empörung, wie sie denn könne. Undankbar sei dieser Feminismus, da er sich an herbeigezogenen Problemen aufhält und überhaupt nichts zu schätzen weiß. Dabei sind es genau diese gesellschaftlich verankerten Argumentationen, die einen noch stärkeren Feminismus nach sich ziehen müssen. Denn genau darin liegen die Gründe für unsere Kritik.

Denn wem bitte soll es reichen, dass das eigene Leben nicht mehr durch die Geburt von Kindern bestimmt sein soll?

Es reicht nicht zu behaupten, Frauen* und Männer seien vor dem Gesetz gleich. Denn dies lässt über Jahrtausende gewachsene Strukturen einer Gesellschaft außer Acht. Patriarchale Strukturen, die heute genau wie vor 100 Jahren Unterdrückung schaffen.

Strukturen, die nicht durch Worte überwunden werden können, die am Anfang eines Gesetzestextes stehen.

Es reicht nicht zu sagen, dass Frauen* heute arbeiten dürfen, und dabei zu vergessen, dass diese in einer extrem ausgeprägten Doppelbelastung stehen.

Es reicht nicht zu behaupten, dass es heute möglich sei, sich das Arbeitsfeld auszusuchen, wenn Frauen* in vielen Bereichen immer noch unterrepräsentiert sind.

Es reicht nicht!

Nein, wir fordern wirkliche Veränderung, wirkliche Anerkennung bestehender Probleme und wirkliches Interesse an Lösungen.

Wir haben es satt!

Wenn wir über unsere Erfahrungen berichten, werden wir weder gehört, noch ernst genommen, geschweige denn verstanden. Ein Problem, das auch unter Frauen* selber besteht.

Darum supportet FLTI*-Räume und nutzt sie. Hört anderen Frauen* zu, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten. Versucht sie zu unterstützen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind.

Hinterfragt die eigenen Handlungsmuster. Gesteht euch ein, wenn ihr Fehler macht. Lasst euch von Genossinnen helfen und lernt gemeinsam.

Organisiert euch, schafft Räume und Strukturen für wirklichen Austausch, für gemeinsame Lernprozesse und Bewegung.

Informiert euch und Genossinnen über Tage wie den 8. März, seine Gründe und darüber, was Frauenbewegungen schon erreicht haben.

Unterstützt Frauen* im Alltag mit eurer Solidarität und Positionierung. Denn es gibt keine wichtigen und unwichtigen Kämpfe im Feminismus.

Es gibt viele Formen von Solidarität und viele Formen des Feminismus.

Feminismus heißt nicht nur theoretische Kämpfe und beschäftigt sich auch nicht nur mit der Bezahlung von Frauen*.

Feminismus hat viele Facetten und jede von ihnen ist notwendig.

Einige der frühesten feministischen Kämpfe beschäftigten sich mit Bezahlung und Arbeitsrechten von Frauen* sowie dem Kampf um das passive und aktive Wahlrecht. Aber er geht um viel mehr.

Es geht um gesellschaftliche Zuschreibungen und Bewertungen von Berufen als „weiblich“ oder „männlich“. Die deutlichste Ausprägung ist hier z.B. im Care-bereich zu finden.

Feminismus ist der Kampf um Selbstbestimmung. Ganz aktuell gibt es hier Anknüpfungspunkte zu der Debatte um Schwangerschaftsabbrüche und der Forderung auf das Recht auf Informationen und freie Ärzt*innenwahl sowie der Entkriminalisierung.

Doch auch hier sind die Kämpfe vielschichtig und divers. Bei der Frage nach Selbstbestimmung geht es bei weitem nicht nur um Schwangerschaftsabbrüche. Es geht um Wertung von weiblicher Sexualität, um medizinische Behandlung weiblicher Körper und um rechtliche Möglichkeiten.

Aber feministische Kämpfe richten sich auch gegen geschellschaftlich-verankerte Körper und Rollenbilder. Ob es dabei darum geht, wie ein Frauen*-Körper auszusehen hat und was er alles braucht oder nicht haben darf, um weiblich zu sein, oder die Objektivierung von Frauen* in Werbungen und anderen medialen Darstellungen. Oder darum, wem im Zweifelsfall mehr geglaubt wird und wessen Stimme mehr Gewichtung hat.

Es gibt viel zu tun. Aber es lohnt sich.

Denn Frauen*bewegungen haben über Jahrhunderte viel geschafft und Themen etabliert, bei denen es weiter zu kämpfen gilt.

Vor 100 Jahren wurde endlich das Wahlrecht für Frauen* erreicht. Es gab deutliche Verbesserungen im Miet- und Finanzrecht sowie weitere wichtige gesetzliche Änderungen.

Feministische Bewegungen haben es nicht nur versucht, sondern auch geschafft, aktiv Einfluss auf soziale Rollenbilder zu nehmen, und müssen das auch weiterhin tun.

Darum ist es heute immer noch wichtig und notwendig, diese sozialen Kämpfe zu führen und zu unterstützen, da Feminismus die erste Bewegung war, die das Patriarchat als Struktur benannt und angegriffen hat.

Es ist Zeit für eine wirkliche Gleichberechtigung alles Geschlechter.

Und Zeit für wirkliche Veränderung.

Also gilt im März 2018 wie zu jeder anderen Zeit:

Still here, still fighting for feminism!

Feministische Kampfwoche(n) Marburg

Seit dem 1. März finden in Marburg die Feministischen Kampfwoche(n) statt. Die Veranstaltungsreihe rund um den Internationalen Frauen*-Kampftag am 8. März hat sich zum Ziel gesetzt, feministische Kämpfe in Theorie und Praxis nicht nur auf einzelne, symbolische Tage im Jahr zu beschränken.

Weg mit den Blumen, her mit dem Genderwahn!

“Es reicht uns nicht, einmal im Jahr einen “Frauentag” zu haben, an dem als Frauen gelesene Menschen eine Blume geschenkt bekommen. Wir kämpfen für einen explizit queeren, antirassistischen, intersektionalen, revolutionären und herrschaftsfreien Feminismus.”

Alle Informationen zur Veranstaltungsreihe sind auf dem Blog feministischekampfwochenmr.noblogs.org zu finden. Außerdem ruft das Autonome FrauenLesben Referat Marburg am 07. März zu einer feministischen Vorabenddemo zum Frauen*kampftag auf. Alle Informationen stehen auf aflrmarburg.blogsport.de zur Verfügung.

My Body, My Choice

Im Rahmen der Kampfwoche(n) wird auch das Offene Antifa Treffen einen Vortrag veranstalten. Unter dem Titel “Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland” möchten wir mit euch am 16. März um 20:30 im Café am Grün über die aktuelle Gesetztgebung, deren Entwicklung sowie eine feministische Kritik der regressiven Politik sprechen. Hier der Veranstaltungsteaser:

“Das am 24 November 2017 gefällte Urteil im Fall Hänel, einer Gießener Allgemeinärztin, welche aufgrung des §219a des StGB angeklagt und in erster Instanz verurteilt wurde, löste eine erneute bunesweite Debatte über Schwangerschaftabbrüche aus. Dabei erscheint es uns notwendig, diese Debatte aus feministischer Sicht zu prägen und zu bestimmen. Der Vortrag beschäftigt sich mit der aktuellen Rechtslage des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland sowie der Entstehung und Kritik der Paragraphen 218 & 219.”

Frauen*kampftag ist jeden Tag – Still loving Feminism.

 

 

 

Alle Jahre wieder: Nazi-Gedenken in Dresden

Auch dieses Jahr fanden in Dresden wieder mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg statt. Den 73. Jahrestag am 12. Februar nutzten dabei wieder einmal Neonazis sowie Alte und sogenannte neue Rechte zum Verbreiten ihrer  deutschen Opfermythen. Der folgende Text ist letztes Jahr im Zuge der ‘Dancen gegen Dresden’-Party entstanden und hat auch dieses Jahr nicht an Relevanz verloren.

Was ist das für 1 Dresden?

Dresden ist laut Statistiken der RAA Sachsen e.V., der regionalen Opferberatung  für Betroffene, rechts-motivierter Gewalt, die Stadt mit den häufigsten rassistischen Vorfällen in ganz Deutschland. Im Jahr 2015 kam es zu 116 verzeichneten Angriffen. (Im Vergleich in ganz Mecklenburg Vorpommern waren es 130 Angriffe). Jedoch leugnen Politiker*innen der Stadt Zusammenhänge der Angriffe mit Fremdenhass oder aktiven Neonazistrukturen. Auch ist Dresden die einzige Stadt deutschlandweit, ohne langzeitig wirksamen Protest gegen die PEGIDA-Demonstrationen.

Oma, Opa und Hans Peter

Seid über einem Jahrzehnt findet in Dresden am 13. Februar Europas größter Neonaziaufmarsch statt. Anlass dafür ist die Bombardierung Dresdens seitens der Alliierten 1945. Die heutige Rechte übernimmt in ihrer Argumentation Goebblische Propaganda, welche einen Opfermythos der Deutschen kultiviert.

Mehrere Tausend Faschist*innen gedenken der vermeidlich unschuldigen Stadt. Mit Aussagen wie „ Bombenholocaust über Dresden“ & „Nie wieder Bombenterror“ in Reden und auf Transparenten, wird aktiver Geschichtsrevisionismus betrieben und Nazideutschland verharmlost. Das Ausblenden der eigenen Täterperspektive sowie Täter-Opfer-Umkehrung prägt den deutsche Gedenkkult.

Seid 2009 existieren organisierte Gegenprotest, welche es seid 2010 schaffen den Naziaufmarsch die Straße zu verweigern. Trotzdem werden Antifaschistische Strukturen in Dresden aktiv behindert und kriminalisiert. Gegendemonstrant*innen müssen sich mit starker Repression in Form von körperlicher und mentaler Gewalt, Durchsuchungen und Verhaftungen auseinandersetzen.

Unsere Meinung dazu? Keine Tränen für Deutsche Täter*innen – Gegen Opfermythen, gegen Neonazis und gegen PEGIDA!

Statement zum Urteil im Prozess gegen Dr. Kristina Hänel

24.11.2017 – Gießen, Hessen, Deutschland.

Schlechtes Wetter, harte Zeiten

Es ist Freitag Morgen, kalt und regnerisch. Gegen 8 Uhr versammeln sich ca. 150 Menschen vor dem Gießener Amtsgericht. Es sind hauptsächlich Frauen*. Grund dafür ist ein um 10 Uhr stattfindender Prozess gegen die Gießener Allgemeinärztin Frau Dr. Hänel. Angezeigt wurde sie vom christlich-fundamentalistischen „Nie Wieder e.V.“, ein Verein, der hauptsächlich dafür bekannt ist, bereits mehrfach Ärzt*innen wegen Werbung für Abbruch von Schwangerschaften angezeigt zu haben und auf seinen Webseiten Listen zu führen, welche Ärzt*innen Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Vorgeworfen wird ihr also der Verstoß gegen den aus der Nazizeit stammenden Paragraphen §219a. Zum ersten Mal kommt es zu einem Prozess wegen einer solchen Anzeige. Damit ist das Urteil richtungweisend für die weitere rechtliche Auslegung des §219a. Protestiert wird von unterschiedlichen Organisationen. Es sprechen Abgeordnete, Gewerkschaften sowie politische und feministische Gruppen und Einzelpersonen vor dem Amtsgericht. Das mediale Interesse ist groß. Mehrere Fernsehteams und Journalist*innen sind vor Ort, um über den Prozess Bericht zu erstatten. Doch gemessen an der Tragweite des Prozesses und seiner gesellschaftlichen Relevanz sind wir ein kläglicher Haufen.

150 Personen sind bei weitem nicht laut genug, um die so lange überfälligen Änderungen zu bewirken. Der Skandal: Es ist 2017 immer noch möglich, Ärzt*innen zu kriminalisieren und weiblich gewertete Körper durch den Staat zu regulieren.

Gegen 12 Uhr wird das Urteil verkündet

Schuldig. Zu tragen sind die Prozesskosten und 40 Tagessätze zu je 150 €. Hauptargumentation des Gerichtes ist der unfaire Wettbewerbsvorteil, der angeblich durch die Werbung für Abbruch von Schwangerschaften entstehe. Ebenso soll die Möglichkeit eines Aborts für Frauen* nicht Normalität werden. Für Frau Dr. Hänel steht fest, sie geht in Revision und will bis zum Verfassungsgericht klagen und Änderungen bewirken.

Ein frauenfeindliches Urteil auf mehreren Ebenen

Mit dem Urteil und der einhergehenden Argumentation bestätigt das Gericht damit die grundlegenden Punkte des Paragraphens §219a:

Es dürfe nicht Normalität werden, dass schwangere Frauen* selbst entscheiden können, ein Kind zu bekommen oder nicht.

Es dürfe nicht Normalität werden, Informationen über medizinische Möglichkeiten erhalten zu können, die am eigenen Körper passieren.

Es dürfe nicht Normalität werden, selbst entscheiden zu können, welche Ärzt*innen den Eingriff durchführen.

Die Anerkennung der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen* darf also nicht Normalität werden.

Eine Dynamik, bei der sich veraltete Wertvorstellungen und Moralisierungen durch Gesetze manifestieren und, im Jahre 2017, immer noch die selben Auswirkungen haben, wie es vor über 70 Jahren der Fall war.

Unterdrückung, Repression, Kriminalisierung und Kontrolle

Durch dieses Urteil wird die gesellschaftliche Stigmatisierung von Aborten aufrechterhalten und legitimiert. Vereine, wie der „Nie wieder e.V.“, werden in ihrer Politik bekräftigt. Und damit werden Grundlagen für notwendige und überfällige Gesetzesänderungen entzogen.

Wir kritisieren das Urteil als frauen*feindlich, rückständig und veraltet.

Wir solidarisieren uns mit Dr. Kristina Hänel und allen anderen angezeigten Ärzt*innen.

Wir fordern alle Menschen dazu auf, sich zu organisieren & zu informieren. Sprecht in euren Strukturen, Familien und Freundeskreisen über den Prozess und über die herrschende antifeministische Gesetzgebung. Tragt euren Protest auf die Straße, wie in Gießen, Göttingen oder Frankfurt. Lasst uns laut und kreativ sein und dem Thema die Aufmerksamkeit geben, die notwendig ist, um die Zustände zu ändern.

Gemeinsam für den Feminismus fighten! Wir sehen uns beim nächsten Prozesstermin.

Offenes Antifa Treffen Marburg

PS:

Auf https://solidaritaetfuerkristinahaenel.wordpress.com/ habt ihr die Möglichkeit Frau Dr. Hänel durch Spenden für kommende Prozesskosten zu unterstützen. Außerdem findet ihr noch weitere Informationen und Solidaritätserklärungen.

Mobiveranstaltung für die Proteste gegen den AFD-Parteitag in Hannover 01.-02.12.2017

Ort: HavannaAcht

Datum und Uhrzeit: Sonntag, 26.11.2017, 21:00 Uhr

Die AfD lädt zum ersten Bundesparteitag nach dem Einzug in den Bundestag nach Hannover. Am 2. und 3. Dezember soll dieser stattfinden. Lasst uns die Rassist*innen und Sexist*innen der AfD nicht ungestört ihre menschenverachtende Politik planen.
Wir informieren über die geplanten Gegenproteste am 1. und 2. Dezember und planen eine gemeinsame Anreise aus Marburg.

Treffpunkt zur gemeinsame Zuganreise aus Marburg:
Freitag, 1. Dezember 12:00 Uhr am Hauptbahnhof.

Es gibt eine Schlafplatzbörse, über die Übernachtungsplätze vermittelt werden können.

Wir freuen uns auf euer Kommen!
Lisa:2 und OAT Marburg

Gegen die autoritäre Formierung der Gesellschaft
Antifaschistisch. Feministisch. Linksradikal.

Aufruf zur Vorabenddemo am 1.Dezember

Wir rufen dazu auf mit uns am 01. Dezember gegen die autoritäre Formierung dieser Gesellschaft auf die Straße zu gehen und am 02. Dezember die Politik der AfD anzugreifen!
Getrieben von der großen Koalition aus CDU und SPD ist in den letzten Jahren offener Autoritarismus wieder salonfähig geworden. Die rassistische Verhandlung von Migrationsbewegungen nach Europa in der deutschen Öffentlichkeit. Die Abschaffung des Streikrechts durch das, unter dem Beifall der Gewerkschaften verabschiedete, Tarifeinheitsgesetz. Die rechtswidrige Aushebelung von Grundrechten während des G20 Gipfels in Hamburg unter Aufsicht eines rot-grünen Senats. Sowie die anschließende mediale Inszenierung einer geschlossenen „Volksfront“ gegen „Linksextremismus“ zur Legitimation staatlicher Repression. Die zunehmend repressive nationalstaatliche Bevölkerungspolitik mit ihrem besonders gewaltförmigen Herrschafts- und Verwertungsanspruch gegenüber Frauen*. Oder die tödliche Gewalt der deutschen Außenpolitik zwischen Grenzregimen und Expansion sind neben vielem Anderen Ausdruck der aktuellen autoritären Zuspitzung.
Die AfD und ihr Parteitag sind Symbol und Symptom, ihr Erfolg aber ebenso Produkt jener mehrheitsfähigen Verhältnisse, die von diesem Staat und seinen Fans zu verantworten sind und derzeit noch von Union und SPD verwaltet werden. Wir nehmen daher den Parteitag der AfD zum Anlass, gegen diese Verhältnisse aufzubegehren.
Wir wollen die Einschränkung von Politik auf einen mörderisch autoritären Neoliberalismus nicht unwidersprochen lassen!
Die Wahl zwischen einem Kapitalismus wahlweise völkisch-nationalistischer oder transnational-bürokratischer Prägung ist keine. Die Idee von „Alternativlosigkeit“ ist immer schon Ausdruck autoritärer Herrschaft und nie Notwendigkeit.
Die autoritäre Formierung von Herrschaft gilt es zu bekämpfen. „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll von der AfD schweigen!“, ist maßgeblich für unsere politische Praxis. Wir wenden uns gegen alle, die die gegenwärtigen Verhältnisse verantworten, deren Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verschlimmerung verwalten und vorantreiben.
Durch ein konsequentes und unversöhnliches Vorgehen gegen die Faschist*innen von der AfD und ihre Freund*innen. Durch die Aufklärung über die Legitimationslügen von CDU und Co. und der Vermittlung von Wissen und Erfahrungen (einer besseren Alternative für alle) um diese zu durchschauen. Und durch den Aufbau von Organisationen und Strukturen die der autoritären Formierung etwas entgegensetzen können.

Weil wir keine Angst haben, gegen diese Zustände zu kämpfen und weil wir nicht weiter in einer Welt leben wollen, in der menschliches Handeln von der Angst im Elend zu verrecken getrieben wird, gilt auch weiterhin: kein Frieden mit Mördern, kein Frieden diesen Zuständen!

http://keineangst.blogsport.eu/

Solidarität mit Kristina Hänel

Aufruf des Autonomen Queer-Feministischen Frauenreferat im AStA der JLU Gießen:

“Vor dem Gießener Landgericht wird am 24.11.2017 ein Strafverfahren gegen die Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel verhandelt. Der Vorwurf: Werben für den Schwangerschaftsabbruch, strafbar nach § 219a StGB. Die Ärztin hatte auf der Praxishomepage angegeben, neben anderen medizinischen Leistungen auch Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen und Informationen zu dem Thema verlinkt. Parallel dazu wird es vor dem Landgericht eine Kundgebung geben.

Wir freuen uns über die große Aufmerksamkeit, die das Thema Schwangerschaftsabbruch gerade bekommt: Die Petition “Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftabbruch” (https://www.change.org/p/deutscher-bundestag-informationsre…?) geht nach wie vor steil, viele Medien – wie heute die taz (https://www.facebook.com/taz.kommune/photos/a.207013419357734.51100.171844246207985/1613286302063765/) – greifen die Thematik prominent auf. Deutlich wird: der gesellschaftliche Rückhalt für #prochoice ist groß!

Also: Am Freitag auf nach Gießen!

Wir fordern einen Freispruch für Kristina Hänel und außerdem die Abschaffung aller Anti-Abtreibungsgesetze. Menschen die schwanger werden können, müssen das uneingeschränkte Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen.”

Wir zeigen uns mit Kristina Hänel solidarisch und fahren gemeinsam nach Gießen.:

Öffentlicher Zugtreffpunkt zur Kundgebung (Beginn 08:30 Uhr):

Freitag, 24.11: 07:20 Uhr Marburg Hauptbahnhof.

Verbindung für Menschen, die den Prozess begleiten wollen (Beginn 10:00 Uhr):

Ab: 08:49 Uhr Marburg Hbf Gleis 4

An: 09:15 Gießen Oswaldsgarten

Dort in den Bus 12 Richtung Sandfeldschule (Bussteig 1) einsteigen und bis zur Station Landgericht fahren. Ankunft 09:32 Uhr.

Um 17 Uhr gibt es dann noch eine Demonstration des Bündnis für körperliche Selbstbestimmung Frankfurt vor der pro familia Zentrale in Frankfurt am Main.